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Aktiver Gesundheitsschutz nach ISO 45001 im Büro 4.15 Minuten Lesezeit

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Dieser Tage tritt die ISO 45001 »Arbeitsschutzmanagementsysteme – Anforderungen mit Anwendungshinweisen« in Kraft. Sie ersetzt die OHSAS 18001 (Occupational health and safety management systems) und ist in Kürze auch in der deutschen Übersetzung erhältlich. – Doch was bringt diese Norm und was haben Selbstführung und  Arbeitsorganisation damit zu tun?

Gesundheitsschutz nach ISO 45001

Arbeitsschutzmanagementsysteme (AMS) sind seit den 1990er Jahren stark verbreitet und werden in das Qualitätsmanagementsystem integriert. Die Regelungen kommen nicht vor ungefähr. Schließlich sind hierzulande die Berufsgenossenschaften an möglichst wenig Schadensfällen interessiert. Daher sind Unternehmen bereits durch die Berufsgenossenschaften verpflichtet, Gefährdungsbeurteilungen und Unterweisungen zu dokumentieren, und zwar ab dem ersten Mitarbeiter.

Beim Begriff »Arbeits- und Gesundheitsschutz« denkt man zunächst an die Industrie und das produzierende Gewerbe, an Gefahr für Leib und Leben durch Unachtsamkeit, Unwissenheit oder fehlende Schutzmaßnahmen bei der Bedienung von Produktionsmaschinen. Doch der heutige Begriff geht weit darüber hinaus, wie die Initiative »Antistress-Verordnung« durch die IG Metall im Jahr 2012 zeigt: es geht neben Ergonomie auch um psychische Belastungen.

Einige Auszüge aus den Neuerungen entnehme ich dem Fachartikel „Neue ISO 45001“:

  • Nicht nur Risiken sind zu beurteilen, sondern auch Chancen sollen identifiziert und gefördert werden. Diese wird interessant bei mehr selbstbestimmter Arbeit(-szeit) wie etwa im Homeoffice oder im Working Space.
  • Auch psychische Gefährdungen durch Lärm, Stress, unklare Abläufe sind zu identifizieren und zu beurteilen.
  • Die Chancen sind zu beurteilen, die sich aus der Anpassung der Arbeit, der Arbeitsorganisationen oder der Arbeitsumgebung an die Beschäftigen ergeben. Diese Empfehlung greift proaktiv die zu erwartenden Änderungen durch Digitalisierung und Demografie auf.
  • Im Zentrum steht die Bewussteinbildung über die Gefährdungspotenziale. Diese geht weit über Schulungen und Gefährdungsbeurteilungen hinaus. »Arbeite (dich) gesund« wird damit ein wichtiges Ziel in der Mitarbeiterführung, hoffentlich auch für Mitarbeiter mit Führungsverantwortung.
  • Alle Prozesse im Unternehmen werden aus der Perspektive des Arbeits- und Gesundheitsschutzes betrachtet.

Somit rückt auch die »schnöde« Büroarbeit für Kopfarbeiter in den Mittelpunkt der Analysen. Was heißt das für Dich, vielleicht auch als Solopreneuer? Achte auf Deine Gesundheit. Hier ein paar Tipps.

5 Tipps für Deine Gesundheit im Büro 4.1 und beim New Work

  1. Monotasking: konzentriere Dich auf eine Tätigkeit, eine Aufgabe; die die jetzt wichtig ist. Dies bedeutet eine hohe Disziplin, was Unterbrechungen und Ablenkungen angeht. Doch um im flexibel die Prioritäten im Tagesverlauf anpasen zu können, empfiehlt sich die Salamitaktik oder Pomodorotechnik:
  2. Zeitintervalle (Pomodori): gestalte Deine Aufgaben so, dass Du diese nach einer kurzen, festen Zeitspanne nicht nur unterbrechen, sondern den weiteren Teil auf ein anderes Zeitfenster verschieben kannst. So bleibst Du flexibel gegenüber neuen Aufgaben, die beispielsweise jetzt wichtig und wichtig sind. Ich arbeite übrigens gerne mit Zeitintervallen von 20 und 45 Minuten und gehe – wenn es geht – auf Flugmodus an allen Kommunikationskanälen, um Unterbrechungen zu vermeiden. Denn diese kosten mehr Kraft als die bloßen zwei Minuten. In der Regel benötigt man 20 Minuten für den nächsten Anlauf. Danach gönne ich mir aber folgendes:
  3. Bewegungspausen: nach einer Arbeitsphase strecke und recke ich mich. In größeren Pausen geht es an die Luft. In kleineren hole ich ein neues Mineralwasser, räume etwas weg oder suche durch Übungen gezielte Entlastung für Rücken, Nacken und die Handgelenke. Auch ein Blick nach Draußen oder in die Ferne sorgt für Entspannung, nicht nur der Augen. Dann geht es wieder ran, aber mit …
  4. Ergonomie: passe Bildschirm, Sitzhöhe usw. an Deinen Körper an. Die Beine sollten bei einem Schreibtischstuhl beispielsweise im rechten Winkel zur Sitzfläche sein. Der Bildschirm gehört auf Augenhöhe und nicht als Notebook auf den Schoß. Wer die Möglichkeit hat, die Sitzmöbel oder gar die Schreibtischhöhe zu wechseln, sollte dies auch tun, mindestens einmal in der Stunde.
  5. Reflexion: schließe den Arbeitstag mit einer Einminutenreflexion ab. Was war super und was wird demnächst besser ? Was macht den morgigen Tag zum Erfolg? Wenige Stichworte – auch nur gedanklich – genügen. Daher heiße es ja »Einminutenreflexion«.

Runde dies durch regelmäßige Bewegung an der Frischluft und gesunder Ernährung ab. Deine Resilienz wird sich stärken.

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Autor: Sylvia Nickel

Diplom-Ökonomin. Freiberuflich beratend seit 1992 & Inhaberin der NiCKEL Business Performance, Oberhausen (http://2nc.de/).

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