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Das weg ist das Ziel © Sylvia NiCKEL

Das »weg« ist das Ziel3 Minuten Lesezeit

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Wer »weglassen« hört, denkt schnell an Minimalismus: doch diese Haltung gegenüber Materiellem ist in Bezug auf Ziele allein nicht gemeint, denn im weniger steckt bekanntlich Mehrwert, auch in der Zielplanung.

Weglassen als Ziel

Ich bin von Haus aus Ökonom. Das ist die Lehre vom Haushalten mit knappen Mitteln, ob im kleinen (Privathaushalt, Unternehmen) oder im großen (Kommune, Land, Staat).* Insofern fasziniert mich persönlich seit Jahrzehnten, wie ich es einfacher gestalten kann: wiederkehrende Arbeitsabläufe, Fokus auf wesentliche Arbeitsmittel und Identifikation von Überflüssigem. Letzteres nennen wir in der Ökonomie nicht-wertschöpfende Tätigkeiten. Das sind beispielsweise Rüstzeiten, Wartezeiten, Lagerzeiten. Denn hier erfolgt weder ein Transfer noch eine Transformation oder ein Transport, also keine Wertschöpfung für denjenigen, der letztlich den Preis der Sach- oder Dienstleistung zahlt: den Kunden. Mein Anliegen lautet daher:

Natürlich kann man diese Sinnfrage ausdehnen auf die Gewohnheiten. Welche Gewohnheiten halten Dich vom übergeordneten Ziel ab? Beispielsweise

  • Medienkosnum,
  • ungesunde Ernährung,
  • zu wenig Pausen,
  • mangelnde Bewegung,
  • Unordnung,
  • Ablenkung und Verzettelung.

Weglassen: Loslassen vom Perfektionismus

Das psyhologische Problem im Weglassen ist der energetische Fokus: wir lenken die Aufmerksamkeit auf das, was nicht da sein sollte, und damit ist die Energie ebendort. Allerdings kann das weg durchaus positiv formuliert werden, beispielsweise

  • statt »kein Plastik«: »ich nutze natürliche, wiederverwendbare Materialien«;
  • statt »weniger Social Media«: »ich nehme mir bewusst XY Minuten täglich für Social Mendia«;
  • statt »kein Post-it-Chaos«: »Ich nutze mein (digitales) Notizbuch«.

Was mir eine deutliche Verbesserung in Sachen Zeitsteuerung gebracht hat, das ist der Abschied vom Perfektionismus. Fertig ist gut. Perfekt ist selten gefragt. Vielleicht hast auch Du ein Perfektionsmus-Thema?

Gewohnheiten auf dem Prüfstand

Weglassen ist eine wunderbare Übung, die Gewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen, die Dich von Deinem großen Ziel eher ablenken oder kontraproduktiv wirken. Probiere einfach in kleinen Schritten das Weglassen. Und so gehst Du vor:

  • Nimm‘ Dir vor, an 4/7 Tagen die neue Gewohnheit zu etablieren. So ist der Druck nicht zu groß.
  • Halte 7 Wochen durch.
  • Wenn Du nicht mehr darüber nachdenkst ist es Zeit für das nächste Weglassen-Ziel.

Ich wünsche Dir eine entspannte Zeit und bedenke: weniger ist Mehrwert,
Sylvia Nickel.

Anmerkungen

* Dass hierzulande Ökonomie gerne mit Finanzialisierung oder auch mit der Rationalisierung verwechselt wird, liegt einzig und allein am Zielsystem der jeweiligen Organisation. Es wurde bereits in den 1930er Jahren eine interessante Debatte um kurz- und langfristige Unternehmensziele sowie daraus resultierend Renditegrößen sowie die optimale Betriebsgröße geführt; vergleiche beispielsweise Erich Gutenberg, Walther Busse von Colbe.

Weitere Folgen:

  1. Das Ziel ist im Weg
  2. Das »weg« ist das Ziel
  3. Das Ziel ist weg (14.12.2018)
  4. Der Weg ist das Ziel (11.01.2019)

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Autor: Sylvia Nickel

Diplom-Ökonomin. Freiberuflich beratend seit 1992 & Inhaberin der NiCKEL Business Performance, Oberhausen (http://2nc.de/).

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