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Stickiness von Apps © Sylvia NiCKEL

Erkenne die Stickiness deiner Apps6 Minuten Lesezeit

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Zuletzt aktualisiert am

Mit Stickiness beschreiben App-Entwickler den Suchtfaktor ihrer Produkte. Denn sie wollen vor allem eines: deine Aufmerksamkeit bei ihrem Produkt halten, ob Twitch oder Facebook, Instagram oder SnapChat.

Stickiness allen Orten

Es sind nicht nur die sozialen Medien, die unserer Ausfmerksamkeit und damit unsere Energie binden. Auch die Fremdsprachen-App, der Fitness-Tracker oder die Ernährungs-App verführen zu stetigem Wiederbesuch, häufig mehrmals täglich. Es ist wie eine Sucht. Und auch wenn die »Droge«, die zum Einsatz kommt, von dir selbst produziert wird, so sind die Folgen fatal: statt in der Realität das Jetzt zu genießen bist du in einem Modus aus vergleichen, informieren und mitteilen in der virtuellen Welt gefangen.

Diese Droge heißt Dopamin oder Glückshormon. Der Neurotransmitter wird bei Lust, Motivation und Sucht freigesetzt und gerade letztere ist schneller erreicht als du denkst. Du meinst, du bist nicht süchtig? Dann lege mal einen Tag im Off ein: kein Smartphone, kein Tablet, kein PC, kein TV. Und wie fühlt sich dieser Gedanke für dich an? Wird dir unwohl bei diesem Gedanken, so solltest genau diesem Grund einen Tag im Off einlegen. 😉

Stickiness: Die Tricks der Entwickler

App-Entwickler zielen darauf, dich so lange wie möglich in der App zu halten. Die kostenfreien Apps bezahlt du nicht nur mit deiner Zeit, sondern vor allem mit deinen Daten. Was sind die Tricks? Hier sind ein paar Beispiele:

Stickiness von Apps © Sylvia NiCKEL

Unendliches Scrollen

Dies verhindert, dass du die Aufgabe als abgeschlossen ansiehst. Es könnte ja doch noch etwas interessantes im Stream stehen, oder etwas Lebenswichtiges. Deine Amygdala läuft auf Hochtouren. Es ist ein Urprogramm, das uns einst vor dem Angriff durch den Säbelzahntieger schütze. Das gleiche trifft auf das Swipen (wischen) zu, das gerne bei Dating-Apps aber auch für E-Mail genutzt wird. Wer weiß, ob hinter dem nächsten Wisch der Lieblingsmensch steckt?

Swipen ist auch bei E-Mail-Apps üblich. Dabei steht das Wischen nach rechts meist für das Löschen und das Wischen nach links für »Verschieben«, »Planen« oder »als ungelesen markieren«. Hier ist ein anderer Effekt zu beobachten. Mit dem schnellen Wischen ist der Posteingang zwar leer. Die meisten Nachrichten werden sich anschließend jedoch in einem Unterordner befinden. Die damit verbunden Aktivitäten sind damit noch nicht erledigt.

News-Mitteilungen

Das neueste vom Neuesten blinkt überall: in der E-Mail, in den privaten Nachrichten, im Messenger oder in einer Gruppe. Unsere Neugier ist sehr wichtig für die Entwicklung. Doch dies ist auch die Zeitfalle: du lässt dich aus deiner Aktivität heraus reißen, unterbrichst diese, um die News zu checken. Selbst, wenn du die Mitteilungen deaktivierst, so bleib die Aufmerksamkeit bei der App, denn du bist neugierig, wer oder wie viele deinen Beitrag gesehen haben. Das Feedback über andere Nutzer ist ein weiterer Faktor der Stickiness.

Belohnungen

Belohnungen wie Likes, Aufrufe, Follower usw. spielen auf die soziale Anerkennung bzw. sozialen Vergleich, und der macht süchtig. In mancher einer App droht der Verlust der hart erarbeiteten Belohnung wie der Streak bei SnapChat. Also fleißig dran bleiben, nicht wahr?! 😉

Die soziale Anerkennung fördert zugleich einen zweiten Effekt: digitale Vorbilder aus der Bezugs- oder Referenzgruppe. Genau so ein Facebook-Titelbild wie XY. … ah, das funktioniert mit Canva … und schon wieder ist eine Stunde weg.

Bewertungen & Vorschläge

Empfehlungen wie beispielsweise bei den Videoportalen. Selbst der Besuch von Amazon kann so zur stundenlangen virtuellen Shoppingaktivität werden. Wer kennt es nicht das berühmte »Kunden, die dies gekauft haben, haben auch …« oder »wird häufig zusammen gekauft«. Wir befinden uns in der Echokammer: bestätigende Vorschläge machen es unmöglich, diese Aktivität zu beenden. Man weiß ja nicht, was als nächstes kommt und du lässt dich frei nach Nudging in die gewünschte Richtung stupsen.

Einer ähnlichen Methode bedienen sich Online-spiele wie Candy Crush. Dies nährt die Illusion von Kompetenz durch Lob und Bewertung, selbst für Dinge, die nicht der Rede wert sind. Hinzu tritt der Flow durch stundenlanges spielen.

Autoplay

Der Autoplay ist gerne auf Videoportalen wie youtube voreingestellt. Du entscheidest dich dafür, nicht zu entscheiden. Und damit befindest du dich in einem Hamsterrad aus ständig neuen Informationen oder Aktivitäten. Aber du bist bestrebt, die Aufgabe zu Ende zu führen. Aber da ist kein Ende. Vielleicht beim Akku. Dann bist du erlöst 😉

Energie folgt der Aufmerksamkeit

Zusammengefasst: Apps mit Stickiness rauben nicht nur Zeit und deine Daten, sondern auch deine Energie. Diese folgt stets der Aufmerksamkeit. Mal eben einem Video lauschen und “nebenbei” an einem Text arbeiten? Nicht möglich. Drehe daher die Wirkungsweise um und setze dir ein Zeitlimit für die Apps, beispieslweise fünf oder zehn Minute. Das frei gesetzte Dopamin kannst du so für deine wichtigen Aktivitäten nutzen.

[Tweet “Überlasse der AI nicht die Zügel über dein Leben.” #Stickiness]

Tracken: Energieräuber enttarnen

Enttarne die Energieräuber, beispielsweise durch das automatische Tracken deiner Aktivitäten an Smartphone, Tablet und Notebook. Eine hervorragende App ist RescueTime. Im Artikel »Disziplin mit RescueTime« beschreibe ich die Funktionen.

Challenge: Medienfasten

Eine besondere Challenge ist das Medien- oder App-Fasten, beispielsweise abends nach einer bestimmten Uhrzeit oder ein ganzes Wochenende lang. So wirkst du dem Ausbau der Straße zur Autobahn in deinem Gehirn entgegen. Du wirst schnell feststellen, dass du einige Apps quasi vergißt, je häufiger und intensiver du fastet. Einmal jährlich starte ich eine 3M-Fasten-Challenge. Erfahre mehr …

Ich wünsche dir einen bewussten und genussvollen Umgang mit deinen Apps.
Control it &% N.JOY your life,
Sylvia Nickel

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Referenzen

Jan-Keno Janssen; Sylvester Tremmel: Die Psycho-Tricks der App-Entwickler, auf heise.de vom 15.210.2019, URL https://www.heise.de/ct/artikel/Die-Psycho-Tricks-der-App-Entwickler-4547123.html, Archiv: http://archive.is/6L1ru

In dieser Playlist findest du eine ARTE-Reihe von Lèo Favier aus dem Jahr 2019, darüber, wie Tinder, Instagram & Co. deine Dopaminausschüttung befeuern (rund 60 Minuten Gesamtdauer) ▶ https://www.youtube.com/playlist?list=PLhGeNYH-50KYc_zLP_g3dTozj6gm-yTsJ

 

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Autor: Sylvia Nickel

Diplom-Ökonomin. Freiberuflich beratend seit 1992 & Inhaberin der NiCKEL Business Performance, Oberhausen (http://2nc.de/).

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