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Gehirnjogging © Sylvia NiCKEL

Gehirnjogging mit Sprachen5 Minuten Lesezeit

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Als Gehirnjogging bezeichnet man Übungen, welche den Denkapparat fit halten. Am fittesten bleibt er, wenn er lernt. Denn wer lernt, aktiviert zahlreiche Botenstoffe und lässt neue Verbindungen zu. Ein fittes Gehirn ist leistungsfähig. Leistung ist gut für die Produktivität. Meine Erfahrungen speziell mit der App Memrise für das Erlernen von Sprachen liest Du hier.

Was passiert beim Lernen Gehirn?

Lernen ist zunächst einmal nicht das, was uns an das Pauken aus Kindheitstagen erinnert. Beim Lernen lösen wir Probleme. Und das macht Freude. Wichtig also ist nicht das, was man lernt, sondern, dass es Freude bereitet. Damit sind die richtigen Voraussetzungen für einen Lernprozess geschaffen.

Das Gehirn ist kein Muskel. Gehirnjogging ist daher eine Metapher für Lernprozesse, und zwar solche, die wir wollen und die uns Freude bereiten, oder die uns »unter die Haut gehen«, wie Gerald Hüther sagt. Wenn dies passiert schüttet das Gehirn Botenstoffe aus, um neue Verknüpfen zu erstellen. Insofern hat das Lernen doch etwas mit Jogging zu tun. Es ist ein Aufbautraining sozusagen. All dies erklärt Gerald Hüter wunderbar in seinem Vortrag:

Zurück zum Selbstversuch. Ich bin eher durch Zufall auf eine App namens Memrise gestoßen als ich folgendes Problem zu lösen versuchte: Spanisch lernen.

Selbstversuch: Gehirnjogging mit Memrise

Ich lerne seit Oktober 2017 Spanisch mit der App »Memrise«. Wie bei vielen Apps ist eine kostenfreie Version zur Verfügung. Das Jahresabo (für alle angebotenen Sprachen) schlägt mit um die 30 € kaum ins Gewicht, bietet jedoch einiges an Features wie den Download der App, zusätzliche Übungen für Aussprache, Hörverstehen und Problemwörter, aber auch einen Chat-Robot. Zeitlich investiere ich ein bis zweimal 5–10 Minuten täglich.

Ich habe ein kleines Ziel (täglich fünf neue Wörter) eingestellt und nutze Memrise ein- bis zweimal täglich (selten häufiger) für 5 bis 15 Minuten. Dies führte binnen elf Monaten zu rund 900 Wörtern, die ich im Spanischen mittlerweile beherrsche. Das sind effektiv knapp drei neue Wörter täglich. Im Zeitablauf kommt dann schon einiges zusammen, bedenkt man, dass man für das Grundverständnis rund 250 Wörter, für das Alltägliche rund 750 Wörter und für den aktiven Wortschatz eines gebildeten Muttersprachlers rund 10 000 Wörter notwendig sind [1]. Hey, das Alltägliche kann ich damit jetzt schon im Spanischen Sprachraum bewältigen 🙂

Mittlerweile fallen mir ganze Sätze auf Spanisch zu bestimmten Alltagssituationen ein. Ganz ohne Vokabelpauken und Grammatikstudium. Es ist ein sehr intuitives Lernen, gegliedert nach Einsatzbereichen (Essen, Trinken , Wohnen, Arbeiten usw.). Doch was hat das mit Produktivität und Zeitmanagement zu tun? Vieles.

Was Dir Lernen für die Produktivität bringt

Durch Lernprozesse aktivierst Du Areale in Deinem Gehirn, knüpfst neue Verbindungen. Das ist der biologische Prozess. Doch es bewirkt noch viel mehr:

#1 Probleme lösen gehört dazu

Lernen bedeutet, ein Problem zu lösen und das macht »aaah«, zaubert ein Lächeln ins Gesicht. Was also unterscheidet das Problem am Arbeitsplatz von dem, welches Du in deinem privaten Lernfeld hast? Die Einstellung. Du kannst mit Lernerfolgen auf vollkommen anderen Feldern, beispielsweise Sprachen, auch in Deinem Beruf profitieren. Nimm einfach das Erfolgsgefühl mit und freue Dich auf den nächsten Lernprozess.  Statt eines Tages voller nerviger Dinge entdeckst womöglich viele Herausforderungen, die Du einfach bewältigst, lernst, damit umzugehen.

Gehirnjogging © Sylvia NiCKEL

#2 In neuen Dimensionen denken

Wer sich für einen Lernprozess in einem Feld öffnet, darf sich wundern, wenn die alten Dinge in neuem Licht erscheinen. Ich habe beispielsweise nur ganz kurz über grammatikalische Unterschiede von der spanischen zur deutschen Sprache nachgedacht. Anfänglich hatte ich Befürchtungen, dass ich die spanischen Sätze germanisiere. Doch dann passierte etwas vollkommen anderes: ich lege viel mehr Wert auf die geeigneten Adjektive. Spanisch lernen schärfte das Bewusstsein für die deutsche Sprache. verrückt, oder?!? – Egal was Du lernst, es gibt kein »umsonst«; Du profitierst stets auch in anderen Bereichen. Als Motorradfahrerin sind mir Blickführung und Optimal-Linie wichtig. Und im Beruf? Ach ja: Fokus und Ökonomisierung. Ein anderer Blick auf das gleich Feld. Blickführung ist nichts anderes als Fokus auf das, was jetzt gerade wichtig ist.

#3 Kontinuität in kleinen Schritten

Egal, was Du lernst: das Lernen erfolgt Step by Step. Es ist die Macht der kleinen Schritte: drei Vokabeln täglich macht 900  in elf Monaten, vielleicht 1800 in 22 Monaten. Und wenn ich in diesem Tempo weiterlerne habe ich elf Jahren eine gute Chance, den aktiven Wortschatz eines gebildeten Muttersprachlers zu beherrschen, allerdings mit Akzent. 😉
Für den Beruf lerne ich, den ersten Schritt zu gehen und dann den zweiten und gewiss zu sein, dass ich auf diese Weise ans Ziel komme. Kein Ziel ist zu groß. Es ist die Frage nach der Zahl der Schritte.

Ich wünsche Dir eine motivierte Zeit,
Sylvia Nickel

Referenzen

[1] Christian Roth: Wie viele Wörter muss ich lernen, um einen Sprache fließend zu sprechen? Der Verfasser bezieht sich auf eine dort zitierte Studie von Alexander Arguelles. URL: https://talkreal.org/blog/wie-viele-woerter-muss-ich-lernen-um-eine-sprache-fliessend-zu-sprechen/

Die Macht der kleinen Schritte © Sylvia NiCKELDie Macht der kleinen Schritte

Dieses Thema ist Teil des Webinars “Produktivität: Die Macht der kleinen Schritte“.  Hier geht es um die kleinen Veränderungen, die guten Gewohnheiten oder »good habits«.
Weitere Webinare  von mir findest Du übrigens auf edudip und sofengo. Die Literatur, Vorträge und Videos habe ich hier für Dich zusammengestellt.

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Autor: Sylvia Nickel

Diplom-Ökonomin. Freiberuflich beratend seit 1992 & Inhaberin der NiCKEL Business Performance, Oberhausen (http://2nc.de/).

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